Ota Sik - Der lange Weg zur Einsicht 1

von Oldrich Kyn und Jirí Sláma

Ota Sik ist weltweit bekannt als der Erbauer des "Dritten Weges". Er ist, wie kaum ein anderer Wirtschaftswissenschaftler aus Ost und West, ein Mann der Medien. Das zeigt am besten sein umfangreiches publizistisches Werk und zahlreiche Einladungen zu Vorträgen bei Unternehmern, Gewerkschaften und auf dem akademischen Boden, Interviews und Aufsätze in der Presse und anderen Medien.

In diesem Aufsatz sollen einige Fakten und Überlegungen zu Ota Sik als Medienphänomen zusammengetragen werden. Nicht der kritischen Würdigung seines wissenschaftlichen und politischen Weges gilt also in diesem Fall unser Interesse, sondern der Frage, wodurch sein Ruhm begründet wurde und inwieweit seine wissenschaftlichen und politischen Leistungen in Zusammenhang stehen mit seiner enormen Publizität.

Ota Sik wurde 1919 in Pilsen geboren. Bis 1933 lebte er in Teplitz-Schönau, wo er die deutsche Grund- und Realschule besuchte. In großer sozialer und familiärer Not schloß er sich in Prag zunächst den Jungsozialdemokraten und bald danach den Jungkommunisten an.

Mit zweiundzwanzig Jahren, im Jahre 1941 wurde er als kommunistischer Widerständler im KZ Mauthausen eingeliefert und dort bis 1945 gefangen gehalten.

Ota Sik wurde von den Nazideutschen nicht als "Volljude" eingestuft. 2  Demgegenüber wurde seine gemischtjüdische Herkunft schon während des Prager Frühlings in Form der Mundpropaganda und nach seiner Emigration ganz offiziell zur willkommenen Munition der Angriffe und Beschimpfungen des Regimes gegen ihn. "Bis dahin habe ich die beginnende Judenverfolgung nicht am eigenen Leib verspürt. Gemäß den Bestimmungen der "Nürnberger Gesetze" war ich nicht Jude. Meine Mutter war Tschechin, aus einer Pilsener Arbeiterfamilie stammend. Mein Vater war Jude, aber auch bereits mit einer "arischen Beimischung" - seine Mutter war bereits "Mischling".

Im KZ Mauthausen konnte er das Leben von Antonín Novotny retten, der später der stalinistische Erste Sekretär der KPTsch und Präsident der Tschechoslowakei wurde3. Novotny hat ihm dies über viele Jahre hin gedankt und ihm eine glänzende Parteikarriere ermöglicht. Gleich nach dem Kriege hat Ota Sik mit Novotny`s Hilfe sieben Jahre im Parteiapparat gearbeitet.

"Als kleiner Referent im Prager Kreissekretariat hatte ich kein ausreichendes Gehalt" schreibt Ota Sik 4. Finanziell mag das in der damaligen Zeit der ursprünglichen Bescheidenheit des Parteiapparats stimmen, es war aber doch die Arbeit im Zentrum der Macht, die den weiteren Aufstieg sowohl in der Wissenschaft, als auch in der wirtschaftspolitischen Praxis möglich machte.

Auch in der schwierigen Situation der antijüdischen Hetze, in der Zeit des Slánsky-Prozesses, hat ihn Novotny geschützt5 und ihm später, im Jahre 1963 und danach die Einflußmöglichkeiten gegeben, die Ota Sik für den Fortgang der Wirtschaftsreform zu nutzen wußte.6

Lange davor, im KZ Mauthausen, hat er auf die verhängnisvolle Frage nach seinem Judentum nach eigener Schilderung positiv geantwortet, was ihn dem Tod nahe brachte. Es ist eine erschütternde Geschichte der höchsten Gefahr und der Rettung im letzten Moment, die auch die Fehler und Schwächen des Mannes mit Nachsicht beurteilen läßt . 7

Das jüdische Element in seiner Herkunft war für ihn, da er sich nie als Jude verstand, zunächst vielleicht nur wenig hinderlich.8

Sik sagt zwar nicht ausdrücklich, daß seine jüdisch gemischte Abkunft eine Rolle spielte in der Affäre, die im Jahre 1951 zu seiner Entfernung aus dem Kern der Macht führte, nämlich aus dem Parteiapparat in die nur ideologisch wichtige Parteihochschule, es ist aber sehr wahrscheinlich, wie die Formulierung des Anklägers von Sik`s Zugehörigkeit zu dem (bekanntlich "zionistischem") "Verschwörerzentrum" zeigt. Die tschechischen kommunistischen Antisemiten waren offensichtlich - anders als die Nazis - nie zimperlich bei der Einstufung von "Mischlingen" verschiedenen Grades als Juden. So wurde seine "jüdische Herkunft" später, während des Prager Frühlings und nach seiner Emigration, zur willkommenen Munition der Propaganda und der Beschimpfungen durch das Regime.

Schon in den Jahren 1936-1939 begann er sein marxistisches Studium. Eine sehr beliebte populäre tschechische komunistische Darlegung des "Kapital" von Marx, geschrieben von einem kommunistischen Bankbeamten, Ulrich (Kamenicky)9, die ihm 1937 in die Hände kam, inspirierte ihn zum Studium der politischen Ökonomie.

Gleich nach dem Kriege widmete er sich dem Marxismus und dem Studium der marxistischen politischen Ökonomie. Noch in der Emigration nach 1968, als Professor in der Schweiz, nahm er diese Studien wieder auf.

Die Attraktivität des Kommunismus liegt besonders darin, daß er den ganzen Menschen anspricht, -die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, -die Bereitschaft, Armen, Schwachen und Leidenden zu helfen, -die Bestrebungen, in der Gesellschaft etwas Praktisches zu tun, um die Übel zu beseitigen, -die scheinbar einfache Erklärung der gesellschaftlichen Phänomene und das Versprechen der letztgültigen Welterklärung als allesumfassender Wahrheit, aber auch die Verheißung persönlicher Geborgenheit in einer großen Gemeinschaft. Der Kommunismus ist eine Religion der modernen Zeit. Neben den alten Träumen, die sowohl die alten Religionen als auch der Kommunismus zu erfüllen versprechen, wird auch ein neuer Traum von der Verwissenschaftlichung des Lebens auf die Fahnen geschrieben. Seine Autobiographie zeigt, daß er in den dreißiger Jahren von diesen Idealen angezogen wurde, auch unter dem Einfluß persönlicher Not.

Auch die Trennung der Enttäuschten, die von der Partei als als "Verräter" eingestuft wurden, zeugt von der besonderen Attraktivität des Phänomens des Kommunismus. Es ist seltsam, daß die Attraktivität des Kommunismus gleichermaßen den Schlüssel zum Verständnis bildet, sowohl der Zuwendung zum Kommunismus, als auch der Abkehr vom Kommunismus, wenn die großen Versprechungen nicht gehalten werden..

Die Beispiele der abtrünnigen Kommunisten zeigen wie unterschiedlich, situationsbedingt und individuell diese Abkehr war und ist. Sehr verschieden und individuell ist auch die Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit und Konsequenz, mit der jeder Einzelne seinen Bruch mit dem Kommunismus vollgezogen hat.

Wie bei fast allen anderen ging die Abkehr vom Kommunismus bei Ota Sik auf einige wichtige Momente in der Entwicklung des Weltkommunismus und in der KPTsch zurück (die Abrechnung mit Stalin am XX.Parteitag der KPdSU und das Scheitern des Wirtschaftssystems in der $SSR). Ota Siks partielle Abkehr von Kommunismus ähnelte der Entwicklung vieler "Abtrünniger". Trotzdem wäre es wichtig und lehrreich die Stellung von Ota Sik herauszufinden unter den unzähligen Politikern, Wissenschaftlern, Publizisten und einfachen Parteimitgliedern, die sich vom Kommunismus abgewendet haben.

Nach unserer Meinung gehört Ota Sik aber nicht zu der Gruppe der ehemaligen Kommunisten, wie z.B. W. Leonhard, A. Köstler, M. Sperber, M. Djilas und andere, die imstande waren, mit der eigenen kommunistischen Vergangenheit wirklich scharf und selbstkritisch abzurechnen. Im Gegenteil: Ota Sik greift zwar, insbesondere in den letzten Jahren, die alten marxistischen Anti-Marktthesen sehr scharf an, jedoch mit einem kleinen Schönheitsfehler: Er behauptet dabei immer wieder, daß er eine solche klare pro-Marktposition beinahe schon immer vertreten hat. Aufgrund seiner Publikationen aus verschieden Jahren ist leicht belegbar, daß das nicht stimmt- mehr noch: Auch heute noch trägt er an seinem orthodoxen marxistischen Mißtrauen dem Kapital und dem "kapitalistischen" Markt gegenüber. Darum glaubt er, diesen Markt mit einer Makroplanung, "Neutralisierung des Kapitals" und einer Überführung der Unternehmen in das Eigentum der Beschäftigten kurieren zu müssen.

Ota Sik wurde nicht als braver dogmatischer Kommunist der Welt bekannt, sondern als abtrünniger Kommunist, - wie viele andere vor ihm - , wenn auch mit einer vorher nicht gesehenen Medienintensität.

 

Die erste Periode des internationalen Ruhms:

Die Wirtschaftsreform in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre und der Prager Frühling

Ota Sik wurde weltberühmt als abtrünniger Kommunist. Als Marxist hat er für sich und seine kommunistische Partei und ihre Ideologie den freien Markt neu entdeckt, in einem langwierigen Prozess10, der bis heute nicht vollendet ist, und durch viele "Altlasten"11 charakterisiert ist. Für die Welt-Wirtschaftswissenschaft hat er damit nichts Neues geschaffen.

Eine solche Neu-Entdeckung des Marktes, die Ota Sik in der damaligen Zeit mit vielen anderen ursprünglich kommunistischen Ökonomen machte - wie z.B. mit W.Brus und K.Laski in Polen, T.Nagy und R.Nyers in Ungarn, J.Kosta und B.Lev4ík in der $SSR etc., war aber von immenser praktischer Bedeutung - half sie doch den Freiheitsraum für Bürger kommunistischer Länder in der damaligen Zeit12 zu vergrößern und trug sie in der weiteren Folge zur Auflösung des Weltkommunismus.

Es ist darum verständlich, daß die Wiederentdeckung des Marktes nicht das war, was die Welt beeindruckt hat. Die sensationelle Aufmachung in den Medien lag daran, daß dies von einem führenden kommunistischen Funktionär und Wissenschaftler bewerkstelligt wurde.

Dieser Ruhm kam dabei auch nur darum zustande, weil Ota Sik als hoher Funktionär der KP in den 60er Jahren - insbesondere 1968 als tschechoslowakischer Vizepremier - seine Vorstellungen, allmählich und durch erste Anfangsschritte in der Praxis realisieren konnte. Ein herausragendes Verdienst Ota Sik`s ist seine mutige Rede auf dem XIII. Parteitag der KPTsch am 4.6.1966 unter den Augen Bre6n2v`s. In seiner Autobiographie widmet er diesem Auftritt ein ganzes Kapitel unter dem Titel "Signal am 13.Parteitag".

 

Der zweite Gipfel des Weltruhmes von Ota Sik: Mitte der 70er Jahre - der Dritte Weg

Bis zu seiner Emigration hat sich Ota Sik fast ausschließlich mit dem kommunistischen Wirtschaftssystem in der Tschechoslowakei und zunehmend auch mit diesem System in anderen kommunistischen Ländern befaßt. Seine Aussagen zur westlichen Marktwirtschaft bzw. zum Kapitalismus waren viel mehr der dogmatischen marxistischen Standardsicht des Kapitalismus verhaftet, als seine Aussagen zum kommunistischen System. Das hängt damit zusammen, daß ihm über den Sozialismus eine Fülle von Erfahrung zur Verfügung stand. Diese Erfahrung wird von Burkett gewürdigt in der sonst scharfen Kritik des wichtigsten Werkes von Ota Sik "Humane Wirtschaftsdemokratie", Hamburg 1979, die die enstprechenden Teile des Buches als "relativ besser" anerkennt.13

Es ist charakteristisch, daß Ota Sik seine Arbeit über den Kapitalismus anfängt mit einer Kritik an Marx und dessen Kapitalismus-Analyse.

Erst jetzt in der Emigration fängt er an, sich mit der Problematik des Kapitalismus zu befassen. "Der Dritte Weg" wird bald geboren. Ota Sik sieht sich als Wissender. Er hat bereits das Konzept zur Überwindung des kommunistischen Systems fertig und ist nun dabei die Rezepte zur Heilung des Kapitalismus zu liefern.14

Diese Arbeit, die in Basel im Jahre 1970 begonnen wurde, mündet nach kurzer Zeit in der Ausarbeitung einer Konzeption zur grundsätzlichen Verbesserung beider Systeme. Die entsprechende Publikation "Der Dritte Weg - Die marxistisch-leninistische Theorie und die moderne Industriegesellschaft", erschien in Hamburg im Jahre 1972.

Die Wortschöpfung "Der Dritte Weg", der dafür geprägt wurde, verrät eine künstlerische Begabung deren Entfaltung Ota Sik, wie er oft bedauert, sonst verwehrt wurde. 15

Der Terminus "Dritter Weg", der von ihm geprägt wurde, ist u. E. mithin das Beste was Ota Sik geschaffen hat - auch wenn er sich seit der "Samtenen Revolution", aus Gründen, die für seine heutige Position vom Nutzen sind, zwar nicht konsequent aber doch deutlich distanziert16 und ihn als "Mischmasch" bezeichnet. 17

Für unsere Fragestellung nach dem Medienruhm von Sik erweist sich als sehr hilfreiches empirisches Material die chronologische Übersicht der wichtigsten Publikationen von Ota Sik18,19 , weil sie ganz genau die Verbreitung seiner Ideen zunächst in der Tschechoslowakei und in den kommunistischen Ländern und später in der westlichen Welt zeigt.20 Die Jahresangaben der Originalpublikationen markieren dabei den Verlauf der Arbeit an seinen wirtschaftlichen Konzeptionen, die Jahresangaben und Länder der Übersetzungen, zeugen dabei von medialer Wirkung in Raum und Zeit.

 

Ota Sik und die gegenwärtige Markttransformation der tschechoslowakischen Wirtschaft

 

Unmittelbar nach der "samtenen" kam Sik in die Tschechoslowakei und wurde aus eigener Initiative Mitglied der ökonomischen Beratergruppe des Präsidenten Václav Havel. Schon in den ersten Monaten nach der Revolution wurden Politiker und Ökonomen verschiedenster Richtungen einig über die Grundrichtungen der Wirtschaftstransformation.21

Zu den allgemein akzeptierten erforderlichen Schritten der Transformation können gezählt werden:

1.Die Notwendigkeit, so schnell wie möglich das administrative System der zentralen Planung abzubauen.

2.Die Liberalisierung der Preise, um die Koordinierungsfunktion des Marktmechanismus zu erneuern.

3.Die Anwedung restriktiver Fiskal- und Monetärpolitik, um den Start von Hyperinflation zu verhindern.

4.Die Privatisierung eines beträchtlichen Teils des Staatseigentums.

Sik äußerte eine klare und vorbehaltlose Zustimmung mit diesen Grundrichtungen der Wirtschaftstransformation - somit unterschied er sich weder von den rechts-liberalen Ökonomen wie V.Dlouhy und T.Jezek, oder V.Klaus noch von Ökonomen der linken Mitte wie V. Komárek oder M. Zeman. Nur einsame Stimmen, wie z.B. der Wirtschatstheoretiker der KPTsch, Z.Hába, sprachen sich radikal gegen einige dieser Grundrichtungen aus.

Nichtsdestotrotz kam es schon in der ersten Hälfte 1990 zu einer beträchtlichen Meinungsdifferenzierung. Trotz anhaltender Übereinstimmung über die vier Grundschritte waren die konkreten Vorschläge zu Methode und Tempo der praktischen Verwirklichung des Programms der marktwirtschaftlichen Transformation sehr unterschiedlich. Zu unterschiedlichen Auffassungen kam es auch bei einer Reihe von weiteren Transformationsmaßnahmen, wie z.B. Liberalisierung des Außenhandels, Abwertung der tschechoslowakischen Währung (Kcs), Herausbildung eines wirklichen Kapitalmarktes usw. In diesem Streit bekamen die rechts-liberalen Ökonomen, repräsentiert vor allem durch den föderalen Finanzminister V.Klaus, aber auch durch weitere Minister der Föderalen und Tschechischen Regierung, wie T.Jezek, V.Dlouhy, K.Dyba und andere, Oberhand. Sie haben sich auf der ganzen Linie durchgesetzt, weil sie imstande waren, der Regierung ein ausgezeichnet ausgearbeitetes und begründetes Szenario (Strategie) einer schnellen und radikalen marktwirtschaftlichen Transformation zu liefern, das die bisherige Steuerungsfunktion der Regierung schnellstens durch die marktwirtschaftliche Selbstregulierung ersetzen sollte. Eine Gruppe von Politikern und Ökonomen, repräsentiert durch den damaligen Vizepremier der föderalen Regierung, V.Komárek, den Abgeordneten des föderalen Parlaments M.Zeman, und durch eine Reihe weiterer Minister und Ökonomen, waren sich dagegen darin einig, daß der Übergang viel langsamer sein sollte, und erfolgen sollte unter Beibehaltung einer bedeutenden aktiven Rolle des Staates bei der Steuerung der Wirtschaftsprozesse. Die Gruppe um Komárek trat zwar häufig auf mit einer lautstarken und vehementen Kritik am liberalen Flügel, war jedoch nicht imstande ein in sich schlüssiges Projekt einer alternativen Strategie auszuarbeiten. Ihre erste "Schlacht" nach der Revolution hat diese Gruppe verloren. V.Komárek hat seine Funktion als Vizepremier der föderalen Regierung abtreten müssen an Václav Klaus, als den Haupträpresentanten der radikalen Strategie.

Diese Entwicklung der Ereignisse hat auch die Rolle von Sik in der nachrevolutionären Tschechoslowakei schicksalhaft berührt. Schon in den ersten Monaten war klar, daß er nicht ertragen kann, daß seine Stimme unter den Stimmen vieler anderer Ökonomen untergeht, und daß er trotz seiner Rolle im Beratungsgremium des Präsidenten einen nur verschwindenden Einfluß auf den Verlauf der Transformation und die Wirtschaftspolitik des Staates hat. Es scheint, daß er in seinen messianischen Vorstellungen meinte, daß er als größter überlebender tschechoslowakischer Ökonom (gemessen an der Zahl der Publikationen vor und nach 1968), und wegen seiner großen politischen Verdienste in den Sechziger Jahren, wiederum die führende Rolle bei der Gestaltung der Strategie der Wirtschaftsreform übernehmen würde. Seine Tragödie liegt darin, daß ihm nicht bewußt wurde, daß diejenigen, die zwanzig Jahre der Unterdrückung während der "Normalisierung" erlebt haben, und die nach der Revolution führende ökonomische Positionen im Staate eingenommen haben, und die ihre eigene Zukunft nach eigenen Vorstellungen gestalten wollten, die geringste Lust hatten, Ratschläge zu empfangen von einem alten, wenn auch von der Entwicklung einigermaßen belehrten Marxisten. Nicht einmal der Marktsozialismus, gebaut unter Siks Aufsicht, und auch nicht die Utopie des Dritten Weges, projektiert von dem Emigranten Sik in den siebziger und achtziger Jahren haben keine anziehende Zukunft für die Politiker und Ökonomen der Nachrevolutionszeit dargestellt. Und weil in bezug auf seine konkreten Vorstellungen über die Transformationsstrategie Sik mit Komárek übereinstimmte, bedeutete der Sturz von Komárek auch das Ende des Versuchs von Sik in die Wirschaftsentwicklung der gegenwärtigen Tschechoslowakei einzugreifen. Sik hat seinen Platz im Gremium der ökonomischen Berater des Präsidenten verlassen und kehrte als Pensionär in sein Heim im schweizerischen St.Gallen zurück.

Die Vorstellungen von Sik über die Strategie der marktwirtschaftlichen Transformation haben sich in vielen Punkten unterschieden von der Konzeption von Klaus und weiteren liberalen Ökonomen. In fast allen diesen Punkten stimmten sie weitgehend überein mit der Konzeption von V.Komárek, M.Zeman und weiteren Ökonomen der linken Mitte. Auf keinen Fall hat sich Sik hervorgetan als Ökonom oder Politiker mit einer gänzlich anderen Konzeption.

In erster Linie ging es um die Meinungsunterschiede über den Fortgang der Preisliberalisierung. Die Klaus-Konzeption, die zum 1.1.91 verwirklicht wurde, basierte auf einer abrupten einmaligen Freigabe praktisch aller Preise (ein sogenannter großer Knall). Sie startete die Marktkoordinierung in einem Schritt. Wie sich während der kurzen Zeit wirklich bestätigte, hat diese Strategie das Marktgleichgewicht in der Tschechoslowakei in wenigen Monaten erneuert. Sik hat zwar mehrmals wiederholt, sein Ziel sei die Erneuerung der Marktwirschaft mit freien Preisen, aber ähnlich wie Komárek warnte er ständig vor der Gefahr der Hyperinflation infolge des großen Ungleichgewichts und der starken Monopolisierung in einigen Branchen.22 Anders als bei dem großen Knall hat er den Weg der allmählichen Freigabe der Preise empfohlen, erst dann, wenn die Regierung die Zerschlagung der Monopole gesichert und durch ihre Eingriffe das Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot auf einzelnen Märkten beseitigt hat. Sik hat sich offensichtlich geirrt. Der Inflationsschub war zwar größer als die Regierung erwartet hatte, aber die Inflation wurde in der zweiten Jahreshälfte gestoppt. Hyperinflation fand nicht statt.

Der Irrtum von Sik, genauso wie von Komárek, basierte auf Unkenntnis der Theorie des allgemeinen Gleichgewichts, die schon vor fast hundert Jahren in den Werken von V.Pareto und E.Barone zeigte, daß das allgemeine Gleichgewicht auch dann existiert, wenn bestimmte Branchen monopolisiert sind. Das Monopolgleichgewicht führt zu anderen Preisrelationen als Konkurrenzgleichgewicht. Die Preise in monopolisierten Branchen erhöhen sich relativ gegenüber den Preisen in nichtmonopolisierten Branchen, jedoch kommt das Gleichgewicht trotzdem zustande. Bei der strikten Kontrolle des Geldangebots besteht kein Grund dafür, daß das Monopol zu einem permanenten Inflationswachstum der Preise führen sollte. Im Gegenteil: Die Vorschläge von Sik und Komárek, die Preise allmählich frei zu geben, hätte vernichtende Folgen für die tschechoslowakische Wirtschaft. Das Belassen des bedeutenden Teils der Preise unter der zentralen Kontrolle in einer Zeit, da die Zentralorgane ihre ganze Autorität verloren haben, würde bedeuten, daß die Wirtschaft keinen Koordinationsmechanismus mehr hätte. Der Plan würde nicht mehr funktionieren und der Markt noch nicht. Es müßte zwingend zu einem allgemeinen Verfall und Niedergang kommen, ähnlich wie in der GUS und einigen anderen osteuropäischen Ländern. Die Vorstellung, daß die Regierungsbeamten unter solchen Bedingungen fähig wären, das Gleichgewicht in einzelnen Branchen zu erneuern, ist völlig unsinnig.

Der zweite Bereich, in dem sich die Sik-Position von der offiziellen Konzeption von Klaus unterschied, war die Rolle des Staates und der Planung. Im Unterschied zu Klaus, dessen Konzeption auf den freiesten Markt mit minimaler wirtschaftlicher Rolle der Regierung gerichtet war, hat Sik, ähnlich wie Komárek und Zeman, und im Einklang mit seiner eigenen Theorie des Dritten Weges, eine aktive Rolle der Regierung, gestützt auf die Planung des indikativen Typs, propagiert. Im Unterschied zu Komárek hat Sik die Rolle der Planung nicht in der zentralen Durchsetzung der strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft gesehen, d.h., in der Unterstützung der Entwicklung der sogenn. prespektivischen Branchen und der Unterdrückung der Branchen, die keine Perspektive haben. Die Auffassung von Sik ist vielmehr makro-ökonomisch. Der Staat sollte vor allem die Verteilung des Nationaleinkommens zwischen Löhnen und Gewinnen regulieren und so den Klassenkonflikt beseitigen, der nach seiner Meinung in der kapitalistischen Marktwirtschaft zwingend entsteht. Die makroökonomische Planung sollte nach Sik die richtigen Proportionen zwischen Konsum und Investitionen und zwischen dem Geld- und dem Warenangebot erhalten, und so auch kontinuierliches und ungestörtes Wirtschaftswachtum sichern.

Der dritte Bereich der Meinungsunterschiede zwischen Sik und der offiziellen Strategie der Transformation stellt seine Auffassung von Privatisierung dar. Das kam zum Ausdruck, einerseits in seiner radikalen Ablehnung der Coupon-Privatisierung und andererseits in seiner Präferenz für die Privatisierung durch Beschäftigten-Aktien. In diesen beiden Richtungen besteht wiederum eine Übereinstimmung zwischen Sik und Politikern und Ökonomen der linken Mitte, Komárek, Zeman u.a.

Die Coupon-Form der Privatisierung stellt eine Verteilung eines Teils des Staatseigentums in das Privateigentum der Bevölkerung dar (praktisch gratis und zu gleichen Teilen pro berechtigte Person). Jeder Erwachsene hat das Recht auf tausend Investitionspunkte, die er zum Einkauf von Aktien der Staatsbetriebe, die inzwischen zu Aktiengesellschaften gewandelt wurden, verwenden kann.

Ähnlich wie Komárek, Zeman und weitere Kritiker der linken Mitte hat Sik die Coupon-Privatisierung auf folgende Weise angegriffen:23 "Die Bürger würden gratis Eigentumsteile erhalten, die sie nicht erarbeitet haben, und aus diesem Grunde würden sie zu diesem Eigentum keine Beziehung entwickeln und dementsprechend schlecht verwalten."24 Sik vermutet, die Bürger wären bestrebt, das leicht gewonnene Eigentum schnellstens auszugeben. Sie würden ihre Aktien, die sie für Coupons bekommen haben, gleich verkaufen und den Ertrag zum Einkauf von Konsumgütern verwenden, womit sie einen starken Inflationsdruck auslösen würden. Die Aktien und das mit ihnen verbundene Recht, über die privatisierten Betriebe zu entscheiden, käme billig in falsche Hände. Die Bürger würden sie dann erhalten, die im alten System mit Spekulationen oder durch ihre politische Stellung bereits großes Eigentum angehäuft haben. Durch den Umtausch der Coupons für Aktien, würden die Unternehmen kein neues Kapital erhalten, das doch so notwendig ist, für ihre Rekonstruktion und ihr weiteres Wachstum.

In allen diesen Argumenten irrt Sik sehr. Zunächst einmal stimmt die Behauptung nicht, daß die Bürger sich nicht um die Schaffung des Staatseigentums verdient gemacht hätten. Es stimmt zwar, daß im Kommunismus die Investitionen, und somit auch die Akkumulation des Wirschaftseigentums, durch den Staat gelenkt wurde. Aber gerade diese Investitionen wurden bezahlt aus den erzwungenen Ersparnissen der Bürger. Die unentgeltliche Verteilung des Staatseigentums kann als gerechte Rückgabe des Eigentums verstanden werden, welches die Bürger durch ihre Arbeit und ihr Sparen geschaffen haben, und das ihnen während der kommunistischen Herrschaft vom Staat weggenommen wurde.

Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, daß die Bürger das ganze gratis erhaltene Eigentum sofort verkaufen und verbrauchen würden. Stimmt es denn, daß die Leute alle Gewinne aus den Lotterien sofort ausgeben? Stimmt es denn, daß die Bürger sofort ihr ganzes Erbe verkaufen und ausgeben? Wenn Sik die Standard-Lehrbücher der Makro-Ökonomie gelesen hätte, hätte er die Theorie des Lebenszyklus von Modigliani kennengelernt, die allgemein akzeptiert ist und mehrmals empirisch getestet wurde. Diese Theorie basiert auf dem Modell der optimalen Entscheidungen der Haushalte über Konsum und Ersparnisse im Laufe des Lebens, die den kumulierten und diskontierten Nutzen maximieren sollen. Die empirischen Ergebnisse zeigen klar, daß eine durchschnittliche Familie sofort nur ungefähr 6% des Reichtums ausgibt, der ihr "vom Himmel zufällt". Den Rest wird sie ansparen und investieren, um ihren Konsum in den nächsten Jahren zu steigern. Manche Menschen die das Risiko scheuen, werden bestrebt sein, ihr Eigentum zu erhalten in einer weniger riskanten Form, als in Unternehmensaktien. Das können sie dadurch erzielen, daß sie ihre Coupons in Investitions-Privatisierungs-Fonds anlegen, die ihr Risiko in der Form von Portfolio streuen. In der Tat ist die Zahl solcher Fonds und das Interesse der Bürger durch solche Fonds an der Privatisierung teilzunehmen, im Dezember und Januar lawinenartig gewachsen. Somit ist es sehr unwahrscheinlich, daß die Bürger sofort und massenhaft anfangen könnten, die Unternehmensaktien oder die Anteile der Privatisierungsfonds, die sie für Coupons erhalten haben, zu verkaufen.

Schließlich zieht auch nicht das Argument, daß durch die Vergabe der Aktien mit Hilfe der Coupons die Unternehmen kein zusätzliches Kapital gewinnen würden. Sik hat offensichtlich keine klare Vorstellung von der Rolle der primären und sekundären Finanzmärkte. Das Kapital für Unternehmen entsteht lediglich auf den primären Märkten in dem Moment, wo die Ersparnisse zum Einkauf der neu ausgegebenen Aktien verwendet werden. Die Privatisierung allerdings, in der Form der Vergabe von Aktien für Coupons, oder in der Form ihres Verkaufs für Geld, entspricht den sekundären Finanzmärkten, bei denen es ausschließlich zum Eigentumswechsel kommt. In diesem Falle gehen die Mittel, die durch den Verkauf der Aktien gewonnen wurden, an den früheren Eigentümer, d.h. den Staat, und nicht in den privatisierten Betrieb.

Zum Schluß kommen wir zu den Beschäftigten-Aktien. Ganz in Einklang mit seinem Projekt der "Humanen Wirtschaftsdemokratie" und den Zielen des sogenn. Dritten Weges propagiert Sik als die beste Form der Privatisierung, die Verteilung, mindestens eines Teiles, der Aktien der privatisierten Betriebe unter die Belegschaft, nach dem Muster des amerikanischen Systems ESOP. Im ESOP sind die Angestellten am Betriebskapital und -gewinn beteiligt. Nach Sik sind die Beschäftigten im ESOP-System an Leistung und Qualität interessiert. Die Betriebseffizienz angeblich wächst. Sik stützt sich darauf, daß sich das ESOP-System in den letzten Jahren sehr verbreitet hat. Er behauptet, daß die amerikanische Erfahrung habe bewiesen, daß die Gewinne und Einkommen der ESOP-Firmen schneller Wachsen. Seine empirischen Beweise sind jedoch sehr dürftig. Er wiederholt25 bekannte Angaben über das Wachstum der ESOP-Firmen von 1.600 im Jahre 1974 auf 8.100 im Jahre 1985 und der Beschäftigten von 250 Tausend auf 8 Millionen.26

Weiter führt Sik nur ein Buch aus dem Jahre 1976 an 27

Wir haben, zum Glück, ein etwas besseres und umfangreicheres empirisches Material. Es handelt sich um das Buch "Paying for Productivity"28 . Dieses Buch beinhaltet viel Material über ESOP und ähnliche Systeme. Darunter auch die umfangreiche Studie, des heute vielleicht wichtigsten amerikanischen Ökonomen, tschechischer Herkunft, Jan Svejnar, eines anerkannten Fachmannes in diesem Bereich. Aus diesem Material erfahren wir interessante Fakten, die die Schlußfolgerungen von Sik nicht stützen. ESOP wird verstanden als eine Form von "fringe benefits" und ist trotz schnellen Wachstums immer noch marginal, z.B. im Vergleich mit Pensions-Fonds. ESOP ermöglicht Gewinnanteile für Beschäftigte, bringt aber nicht die Beteiligung der Belegschaft an der Betriebspolitik, da der Anteil der Belegschaftsaktien mit 3-10% gering ist und ESOP-Aktien ohne Stimmrecht sind. Nach Svejnar sind die ESOP-Betriebe nicht effektiver als andere.

Da Sik vorsieht, daß die Belegschaftsaktien nicht übertragbar sein sollen, würde 29 dies aber zu einer Schwächung der Sekundär-Kapitalmärkte führen. Außerdem wäre diese Privatisierungsform unfair. Fairness ist aber für jeden liberalen Ökonomen wichtig und sollte auch den Linken nicht belanglos sein. Fairness verlangt nicht nach Gleichheit des Einkommens und des Eigentums, aber sie verlangt nach gleichen Chancen für alle. Wenn wir bei der Verteilung des Staatseigentums, z.B. per Coupons, nicht wissen, wie viel der Einzelne dazu beigetragen hat, müssen wir jedem das Gleiche geben. Genau das tut die Coupon-Privatisierung. Die Verteilung durch Belegschaftsaktien gibt denjenigen Beschäftigten viel, die zufällig in einer prosperierenden Firma arbeiten und sehr wenig jenen, die in einer bankrotten Firma tätig sind. Was erhält dagegen etwa die Belegschaft der nicht zu privatisierenden Betriebe (Schulen, Polizei, Armee) oder die Rentner? Alle waren doch an der Bildung des Staatseigentums beteiligt!

 

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Literaturverzeichnis

Ota Sik, Der "Dritte Weg" als verbesserte Marktwirtschaft. Absage an einen ordnungspolitischen Mischmasch. Neue Zürcher Zeitung, Nr. 287 v. 10.12.1991

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Originalausgaben in Fettschrift, Übersetzungen in Normalschrift.

Ekonomika - Zájmy - Politika, Prag 1962, (Ökonomie - Interessen - Politik), Russische Ausgabe: Moskau 1964, Deutsche Ausgabe: Berlin (Ost) 1966

K problematice socialistickych zbozních vztahu, Prag 1965, (Zur Problematik der sozialistischen Warenbeziehungen), Ungarische Ausgabe: Budapest 1968

Die tschechoslowakische Wirtschaft auf neuen Wegen, Prag 1965, Englische Ausgabe: Prag 1965, Französische Ausgabe: Prag 1965

Plán a trh za socialismu, Prag 1967, (Plan und Markt im Sozialismus), Deutsche Ausgabe: Wien 1967, Amerikanische Ausgabe: New York 1967,Ungarische Ausgabe: Budapest 1968, Schwedische Ausgabe: Stockholm 1969, Norwegische Ausgabe: Oslo 1969, Italienische Ausgabe : Rom 1969, Spanische Ausgabe: Mexico City 1971, Chinesische Ausgabe: Peking 1981

Fakta o stavu Ceskoslovenského národního hospodárství, Prag 1968, (Fakten der tschechoslowakischen Wirtschaft), Deutsche Ausgabe: Wien 1969, Amerikanische Ausgabe: New York 1969, Französische Ausgabe: Paris 1969, Italienische Ausgabe: Rom 1969, Spanische Ausgabe: Barcelona 1969, Schwedische Ausgabe: Stockholm 1969, Norwegische Ausgube: Oslo 1969, Dänische Ausgube: Kopenhagen 1969, Japanisrhe Ausgabe: Tokyo 1972

Der Strukturwandel der Wirtschaftssysteme in den osteuropäischen Ländern, Zürich, 1971

Demokratische und sozialistische Plan- und Marktwirtschaft, Zürich, 1971

Der Dritte Weg - Die marxistisch-leninistische Theorie und die moderne Industriegesellschaft, Hamburg 1972, Französische Ausgabe: Paris 1974, Italienische Ausgabe: Rom 1974, Amerikanische Ausgabe: White Plains/N.Y. 1976, Englische Ausgabe: London 1976, Japanische Ausgabe Tokyo 1976, Chinesische Ausgabe: Peking 1976, Spanische Ausgabe: Madrid 1977, Portugiesische Ausgabe : Coimbra 1978, Jugoslawische Ausgabe: Zagreb 1983

Argumente für den Dritten Weg, Hamburg 1973, Spanische Ausgabe: Barcelona 1975, Japanische Ausgabe: Tokyo 1976, Französische Ausgabe: Paris 1978, Portugiesische Ausgabe: Coimbra 1978

Für eine Wirtschaft ohne Dogma, München 1974

Das kommunistische Machtsystem, Hamburg 1976, Italienische Ausgabe: Rom 1977, Japanische Ausgabe: Tokyo 1980, Amerikanische Ausgabe: New York 1981

Humane Wirtschaftsdemokratie, Hamburg 1979, Chinesische Ausgabe: Peking 1983

For a Humane Economic Democracy, New York 1985

Ein Wirtschaftssystem der Zukunft, Berlin/Heidelberg/N.Y. 1985, Tschechische Ausgabe: Köln 1987

Wirtschaftssysteme-Vergleiche-Theorie-Kritik, Berlin/Heidelberg/New York 1987

Sik und Kollektiv, Sozialismus heute? S.198-206

Sik, "Für Jirí Sláma", Lidové noviny, 8.8.1990

Sik, "Gegen die Coupon-Verteilung des Volkseigentums an die gesamte Bevölkerung - Die Transaktion großer Risiken", Hospodárské noviny, 29.6.1990

Sik, "Für Jirí Sláma", Lidové noviny, 8.8.1990

Gratis verschenkte Aktien würden nach Sik bei ihren Besitzern keine Risikoentscheidung bewirken. Sie haben nichts ausgegeben, sie können nichts verlieren, und das, was sie eventuell als Dividende erhalten könnten, liegt für die meisten in den Sternen."

Sik: Es handelt sich um die Privatverantwortung für das Kapital ??

O. Sik und Kollektiv, Socialismus dnes?, Prag 1990 (Sozialismus heute?) S.36

Rosen,C.,Quarry,M.:"How well is employee ownership working?", Special Report in Harvard Business Review, 5/87,str.126-131

Kelso, D.O.,Hettler,P.:"How to turn eighty workers into capitalists on borrowed money", New York, Random House 1976

A.Blinder Hrsg., Brookings Papers, Washington 1990

Sik und Kollektiv, Socialismus dnes? (Sozialismus heute?) S.38

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1 Die Überschrift ist eine Paraphrase des Titels des veröffentlichten Gesprächs. Die Antwort von Ota Sik deutet sowohl seine aktuelle Position in der Frage des Dritten Weges an, als auch eine nachträgliche Umdeutung seiner früheren Position:

Leschtina: "Heute werfen ihnen vor allem einige junge Fachleute vor, das Sie irgendeinen chimärischen Dritten Weg befürworteten, einen lebensuntauglichen Hybrid der Plan- und Marktwirtschaft".

Sik: "Schauen Sie, wir konnten damals nicht alle unsere Absichten voll präsentieren. Gerade in meinen Erinnerungen beschreibe ich unsere Kulissenkämpfe um die Reform mit Antonín Novotny. Auch für manche Reformkommunisten war nur der Gedanke auf die Einführung des Privateigentums oder Gemeinschaftsbetriebe mit kapitalistischen Firmen eine Todsünde. Somit war auch der Dritte Weg ein Täuschungsmanöver. Schon damals war ich überzeugt, daß die einzige Lösung für uns der vollblütige kapitalistische Markt darstellt. Und heute, nach zwanzig Jahren des Lebens im Westen, bezweifle ich das nicht im geringsten."

Mladá fronta, 2.8.1990, S. 2 unter dem Titel "Der Weg zur Einsicht"

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2 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S. 21

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3 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988. S. 27

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4  Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S. 41

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5 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S.60 - 61

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6 Ota Sik berichtet über ein Gespräch mit Novotny im Jahre 1963: "Nach vergeblichen Bemühungen, bei Kolder eine Veröffentlichung meines Artikels zu erreichen, entschloß ich mich, den Weg direkt über Novotny zu suchen. Auf meinen Anruf hin mit dem Ersuchen, ein Gespräch über die Wirtschaftsprobleme zu führen, gab mir Novotny sofort und bereitwillig eine "Audienz" - für den nächsten Tag! Ich merkte daran, unter welchem politischen Druck er stand und wie er verzweifelt nach Lösungen suchte.  

 

Am nächsten Tag befand ich mich also wieder einmal - nach langen Jahren - von Angesicht zu Angesicht bei Novotny in seinem luxuriösen Arbeitszimmer auf der Prager Burg. Die Unterhaltung begann zuerst etwas krampfhaft, da ich nicht gewillt war, ihn mit "Genosse Präsident" zu titulieren, nachdem ich ihn im Konzentrationslager und auch noch einige Jahre im Prager Kreissekretariat einfach nur Tondo (von Anton) gerufen hatte. Meiner Ansicht nach wäre es nötig, ganz offen in einem Artikel verschiedene Fehler, die uns bei der Reorganisation unterlaufen sind, aufzuzeigen und damit eine breitere Diskussion unserer Fachleute aus der Praxis und Theorie in unseren Zeitungen hervorzurufen. Ähnlich wie sie es jetzt auch in der Sowjetunion machen. Das war's. Hier war ein Ausweg für ihn".

`Ja gut, ich bin einverstanden. Warum schreibst Du nicht so etwas? Du bist ja Ökonom und Mitglied des Zentralkomitees, Du könntest doch ähnlich wie der Professor Liberman in der Sowjetunion so eine Diskussion starten`.

`Tondo, das habe ich ja schon geschrieben, schon vor drei Monaten`. `Na und, was ist damit geschehen, warum hast Du es nicht publiziert?`

`Das wollte ich ja, habe es auch zu Svestka ins Rudé Právo geschickt. Aber Drahos Kolder hat verboten, es zu veröffentlichen!`

"Noch voller Wut packte Novotny den Hörer und rief über das parteiinterne Telefon Svestka an. Als dieser sich meldete, herrschte ihn Novotny an:"

"Genosse Svestka, Du hast dort einen Artikel von Ota Sik schon einige Monate liegen, warum hast Du ihn nicht veröffentlicht? Du weißt doch, wie wir jeden Vorschlag zur Überwindung unserer Wirtschaftsschwierigkeiten ernst nehmen müssen!"

"Und so begann alles. Den Artikel hat Novotny vorher nicht gelesen. Aber bereits am nächsten Tag erschien er im Rudé Právo, ungekürzt, in vollem Wortlaut und über zwei halbe Seiten. Im zentralen Parteiorgan und in dieser Aufmachung - das wurde wie eine offizielle Parteilinie aufgenommen. Die Reaktion aus den Betrieben und der Bevölkerung war phantastisch".

Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S.144 - 148  

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7 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S. 22

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8 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S. 24

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9 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988. S. 18

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10 Noch im Jahre 1966 schreibt Ota Sik: "Das bedeutet aber keineswegs, daß es in dieser Hinsicht zwischen der sozialistischen und kapitalistischen Wirtschaft gar keinen Unterschied gibt, daß wir in diesem Zusammenhang unsere prinzipiellen marxistischen Positionen ändern müssen.... Das kapitalistische Unternehmertum ist in unserem Lande - von der historischen Warte aus gesehen - eine unwiderruflich vergangene Entwicklungsetappe. Unser Markt ist ein sozialistischer Markt, auf dem nur sozialistische Produktionsbetriebe und Handelsorganisationen in Erscheinung treten. Die Produktionsmittel werden grundsätzlich nur an sozialistische Produktionskollektive verkauft, und das schließt die Möglichkeit der Wiederherstellung der kapitalistischen Produktion aus.

Sik, Die tschechoslowakische Wirtschaft auf neuen Wegen zweite Auflage, Prag 1966, S. 15 - 17 und 32

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11 Noch in der Publikation aus dem Jahre 1974 wird dem Privateigentum ein recht bescheidener, marginaler Platz eingeräumt:

"In meinem System sehe ich die Möglichkeit von drei fundamentalen Forrnen des Eigentums.

Auf manchen Gebieten kann das Staatseigentum eine Rolle von progressiver Bedeutung spielen, über zentrale Führung tatsächlich eine rationale und wirtschaftliche Funktion ausüben, beispielsweise auf jenen Gebieten, die nicht durch zerstreute Produktionen gekennzeichnet sind: Elektroenergiebereich, Nuklearenergiebereich usw. Ich kann mir vorstellen, daß Staatseigentum hier zu sehr interessanten Resultaten führt, vielleicht auch in den Sektoren des Bergbaus und der Schwermetallurgie. Das sollte noch konkret untersucht werden. Es folgt dann die Normalindustrie, in der eine sehr verstreute und verschiedenartige Produktion vorherrscht. Hier wäre jene Form von Kollektiveigentum möglich, wie wir sie in der Tschechoslowakei entwickeln wollten: eine Beteiligung am Kollektivkapital für alle, die in diesen Betrieben arbeiten. In mehr als einem Sektor kann dieses Kollektiveigentum am Kapital sogar die Form eines Innungseigentums annehmen (besonders in der Landwirtschaft). Dieses Kollektiveigentum würde dann die wahre Basis für das sozialistische System bilden.

Das Privateigentum schließlich hat seine Berechtigung in jenen Sektoren, die zur Kleinproduktion gerechnet werden: Handwerk, Kleinhandel, unterer Dienstleistungsbereich, also überall da, wo es sich mehr oder weniger um Familienbetriebe handelt"

Ota Sik: Für eine Wirtschaft ohne Dogma, München 1974 S. 185

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12 Proc nasi reformátori nenavazují na ekonomickou reformu Prazského jara? Trzní systém bez prívlastku. (Warum knüpfen unsere Reformer nicht an die Reformen des "prager Frühlings an? Das Marktsystem ohne Adjektiva).

Jirí Kosta, Lidové noviny, 30.1.1992

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13 Sik brings to his discussion of reform movements in communist countries a wealth of experience which makes this discussion one of the better parts of the book.

The publication of Sik's book is evidence of continuing interest in worker-managed socialist market economies. However, it adds little to arguments previously made by Vanek (1971), Horvat (1983), and Nove (1983). Rather than rehearsing old arguments, advocates of worker-managed firms and democratic macroeconomic planning might better spend their time rebutting the challenges posed by the Yugoslav experience, neoclassical theories of worker-management, and the literature on public choice and political business cycles.

P. Burkett, Journal of Economic Literature, Vol. XXIV S. 1233 - 1234

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14 Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S. 82

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15 MW (= Management Wissen): Haben Sie nur Kritik oder auch Lösungsansätze?

Sik: Ich bin der Überzeugung, daß die Massenarbeitslosigkeit, die in den westlichen Industrieländern herrscht, zu vermeiden ist, nämlich durch eine Makroplanung. Diese Makroplanung hat nichts gemein mit der alten sozialistischen, dirigistischen Planung - es ist keine Planung der Produktion, keine Reglementierung der Betriebe. Sie lenkt vielmehr die großen Prozesse, um Vollbeschäftigung zu erhalten. Und diese großen Prozesse sind das Wachstum der Produktion, das Angebot an Arbeitskräften, die Beschäftigung, also die Verwandlung der Arbeitsfähigen in Arbeitstätige. Und die Beschäftigung hängt ab von dem Wachstum der Investitionen, aber auch von der Modernisierung, also von den qualitativen Änderungen, vom technischen Fortschritt und schließlich von der Entwicklung bestimmter neuer Wirtschaftssektoren, die ich Alternativsektoren nenne.

Ein Sik Interview der Zeitschrift Management Wissen vom April 1988 "aus Gründen anhaltender Aktualität" im Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S. 368 - 374 wiederabgedruckt.

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16 Stellenweise grenzt diese Distanzierung an Geschmacklosigkeit. So vor allem dort, wo Ota Sik, wie im Gespräch für mladá fronta vom Drittem Weg als "Tarnungsmanöver" spricht. Tarnungsmanöver im Schweizer Exil?

Eine andere, vom Kommunismus her gut bekannte Methode der nachträglichen Umschreibung der Geschichte, belegt das folgende Zitat aus der WELT.

Gespräch mit Ota Sik, Die Welt v. 5.11.1990 betitelt:

"Wer will denn heute den Mischmasch aus Plan und Markt?" "Wir, der Kern der ökonomischen Reformer, versuchten in Prag damals eben nicht den Kommunismus zu reformieren. Unser eigentliches Ziel war es, ihn abzuschaffen und ein neues System aufzubauen. Man hat zwar immerfort von der Reform zu einer sozialistischen Demokratie oder sozialistischen Marktwirtschaft sprechen müssen, weil man sonst überhaupt nicht an die Öffentlichkeit gelangt wäre. Aber sowohl ich als auch meine nächsten Mitarbeiter wußten, daß der Kommunismus in seinen Grundideen gescheitert war".

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17 Unter dem Titel "Unglückliche Terminologie" schreibt Sik:"Die Wahl der Bezeichnung "Dritter Weg" mag angesichts ihres Missbrauchs und der Mischmasch-Vorstellungen, die mit ihr verbunden werden, nicht die glücklichste gewesen sein. Heute würde ich meine Vorstellungen einer Marktwirtschaft mit makroökonomischer Planung der marktkonformen Wirtschaftspolitik eher als weiterentwickelte "Soziale Marktwirtschaft" bezeichnen. Während Marktwirtschaften manchmal innerhalb politischer Diktaturen eine Zeitlang existieren können, sind pluralistische Demokratien nur mit Marktwirtschaften unterschiedlichster Formen, aber nie mit zentralisierten, dirigistischen Planungssystemen bzw. Verboten privater Unternehmensentwicklung vereinbar. Auch das Modell des "Dritten Wegs" ist als "besondere Form einer Marktwirtschaft" mit der politischen Demokratie verbunden und könnte nur in Verbindung mit ihr richtig aufblühen.

Ota Sik, Der "Dritte Weg" als verbesserte Marktwirtschaft. Absage an einen ordnungspolitischen Mischmasch. Neue Zürcher Zeitung, Nr. 287 v. 10.12.1991

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18 Ota Sik, Prager Frühlingserwachen. Erinnerungen, Herford 1988, S.375 - 377.

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19 Originalausgaben in Fettschrift, Übersetzungen in Normalschrift.

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20 Ekonomika - Zájmy - Politika, Prag 1962, (Ökonomie - Interessen - Politik), Russische Ausgabe: Moskau 1964, Deutsche Ausgabe: Berlin (Ost) 1966

K problematice socialistickych zbozních vztahu, Prag 1965, (Zur Problematik der sozialistischen Warenbeziehungen), Ungarische Ausgabe: Budapest 1968

Die tschechoslowakische Wirtschaft auf neuen Wegen, Prag 1965, Englische Ausgabe: Prag 1965, Französische Ausgabe: Prag 1965

Plán a trh za socialismu, Prag 1967, (Plan und Markt im Sozialismus), Deutsche Ausgabe: Wien 1967, Amerikanische Ausgabe: New York 1967,Ungarische Ausgabe: Budapest 1968, Schwedische Ausgabe: Stockholm 1969, Norwegische Ausgabe: Oslo 1969, Italienische Ausgabe : Rom 1969, Spanische Ausgabe: Mexico City 1971, Chinesische Ausgabe: Peking 1981

Fakta o stavu Ceskoslovenského národního hospodárství, Prag 1968, (Fakten der tschechoslowakischen Wirtschaft), Deutsche Ausgabe: Wien 1969, Amerikanische Ausgabe: New York 1969, Französische Ausgabe: Paris 1969, Italienische Ausgabe: Rom 1969, Spanische Ausgabe: Barcelona 1969, Schwedische Ausgabe: Stockholm 1969, Norwegische Ausgube: Oslo 1969, Dänische Ausgube: Kopenhagen 1969, Japanisrhe Ausgabe: Tokyo 1972

Der Strukturwandel der Wirtschaftssysteme in den osteuropäischen Ländern, Zürich, 1971

Demokratische und sozialistische Plan- und Marktwirtschaft, Zürich, 1971

Der Dritte Weg - Die marxistisch-leninistische Theorie und die moderne Industriegesellschaft, Hamburg 1972, Französische Ausgabe: Paris 1974, Italienische Ausgabe: Rom 1974, Amerikanische Ausgabe: White Plains/N.Y. 1976, Englische Ausgabe: London 1976, Japanische Ausgabe Tokyo 1976, Chinesische Ausgabe: Peking 1976, Spanische Ausgabe: Madrid 1977, Portugiesische Ausgabe : Coimbra 1978, Jugoslawische Ausgabe: Zagreb 1983

Argumente für den Dritten Weg, Hamburg 1973, Spanische Ausgabe: Barcelona 1975, Japanische Ausgabe: Tokyo 1976, Französische Ausgabe: Paris 1978, Portugiesische Ausgabe: Coimbra 1978

Für eine Wirtschaft ohne Dogma, München 1974

Das kommunistische Machtsystem, Hamburg 1976, Italienische Ausgabe: Rom 1977, Japanische Ausgabe: Tokyo 1980, Amerikanische Ausgabe: New York 1981

Humane Wirtschaftsdemokratie, Hamburg 1979, Chinesische Ausgabe: Peking 1983

For a Humane Economic Democracy, New York 1985

Ein Wirtschaftssystem der Zukunft, Berlin/Heidelberg/N.Y. 1985, Tschechische Ausgabe: Köln 1987

Wirtschaftssysteme-Vergleiche-Theorie-Kritik, Berlin/Heidelberg/New York 1987

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21 Sik und Kollektiv, Sozialismus heute? S.198-206

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22 Sik, "Für Jirí Sláma", Lidové noviny, 8.8.1990

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Sik, "Gegen die Coupon-Verteilung des Volkseigentums an die gesamte Bevölkerung - Die Transaktion großer Risiken", Hospodárské noviny, 29.6.1990

23 Sik, "Für Jirí Sláma", Lidové noviny, 8.8.1990

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24 Gratis verschenkte Aktien würden nach Sik bei ihren Besitzern keine Risikoentscheidung bewirken. Sie haben nichts ausgegeben, sie können nichts verlieren, und das, was sie eventuell als Dividende erhalten könnten, liegt für die meisten in den Sternen."

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Sik: Es handelt sich um die Privatverantwortung für das Kapital ??

25 z.B. Sik und Kollektiv, Socialismus dnes?, Prag 1990 (Sozialismus heute?) S.36

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26 Rosen,C.,Quarry,M.:"How well is employee ownership working?", Special Report in Harvard Business Review, 5/87,str.126-131

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27 Kelso, D.O.,Hettler,P.:"How to turn eighty workers into capitalists on borrowed money", New York, Random House 1976

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28 A.Blinder Hrsg., Brookings Papers, Washington 1990

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29 Sik und Kollektiv, Socialismus dnes? (Sozialismus heute?) S.38

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